Daniel Rohr
Preisverleihung: 4. November 2023 – Careum Auditorium, Zürich
Für Daniel Rohr ist Theater ein Gesamtkunstwerk, bei dem sich alle Beteiligten in die Hände arbeiten: die Schauspielerinnen, die Regie, die Bühnenbildner und Kostümbildnerinnen, die Musiker, die Technikerinnen, die Administration, ja auch die Gastronomie.
Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Theater Rigiblick, inzwischen rund 20 festangestellte und 20 im Stundenlohn arbeitende, sind eine grosse Familie und stehen Daniel Rohr mit grossem Engagement zur Seite. Den familiären Charakter spürt auch das Publikum: Das Team pflegt eine Gastfreundschaft, die so wohltuend wirkt, dass viele Gäste nach der Aufführung regelmässig noch eine Weile im Theater bleiben.
Krisenfest
Der starke Zusammenhalt hat sich gerade in Krisenzeiten bezahlt gemacht. In der Pandemie wurde innerhalb von zwei Monaten das Festival «Open Air Rigiblick» ins Leben gerufen: ein Projekt, dank dem auch in der schwierigen Zeit Inszenierungen im Freien stattfinden konnten. Gleichzeitig wurde ein Fonds gegründet, der dafür sorgte, dass während der Pandemie 140 Kunstschaffende weiterhin ihren Lohn erhielten.
Der Mensch als mitfühlendes Wesen
Theater heisst Geschichten erzählen – bei den Inszenierungen des Theater Rigiblick oft in Kombination mit Musik. Daniel Rohr ist überzeugt, dass Musik ein einzigartiges Mittel ist, um Menschen zu berühren. Das Publikum kommt ins Theater: um mitzuerleben, mitzuleiden, sich mitzufreuen, und um danach «geläutert» wieder in den Alltag zurückzukehren – «Katharsis» heisst das seit den alten Griechen. Mitgefühl und Einfühlung verbindet die Menschen. Daniel Rohr betont, er setze sich mit ganzer Kraft für Menschlichkeit ein. Das schliesse aus, Themen zynisch oder menschenverachtend zu vermitteln. Er versuche wahrhaftig, offen und beweglich zu bleiben und verfolge das Zeitgeschehen aufmerksam. Das Theater Rigiblick hat mit dem Stück «Fahrenheit 451» zum Beispiel früh auf den Krieg in der Ukraine reagiert. Auch plant Daniel Rohr – um jüngeren Leuten ein Forum für ihre eigenen Geschichten zu geben – eine Reihe, die RAP zum Thema hat.
Verbindungen
Daniel Rohr bringt Menschen zusammen, pflegt Kontakte. Das drückt sich in seiner kontinuierlichen Zusammenarbeit mit vielen Schauspielerinnen und Schauspielern, Musikerinnen und Musikern aus. Es ist ein Beziehungsnetz entstanden, das weit über die Schauspiel- und Theaterszene hinausreicht.
Daniel Rohrs Arbeitstag habe 48 Stunden, behauptet er scherzhaft. So sei es möglich, all die verschiedenen Hüte, also den des Theaterleiters, des Produzenten, Regisseurs, Konzeptmachers, Kurators und Schauspielers, zu tragen. Sein unerschöpflicher Einsatz zusammen mit seinem Team haben dem Theater Rigiblick eine treue Anhängerschaft eingebracht. Die Aufführungen – das Theater verfügt über 200 Plätze – sind durchwegs gut verkauft, wenn nicht gar ausverkauft. Einzelne Produktionen wie «Azzurro», «Goethes Faust – erzählt mit Songs aus Rock und Pop», «To the Dark Side oft the Moon» oder «Miles Davis meets Henning Mankell» werden seit mehr als 10 Jahren gezeigt.
Zukunftsmusik
Das einstige Quartiertheater hat sich in den rund 20 Jahren, in denen es von Daniel Rohr geleitet wird, enorm verändert: Es begann 2004 mit 1,2 Stellen und einem jährlichen Umsatz von 110’000 Franken. Heute setzt es mit 40 Angestellten 3 Millionen Franken um. Daniel Rohr weiss, dass es anspruchsvoll ist, das Niveau eines so erfolgreichen KMU nur schon zu halten. Aber immer neue Ideen, wie Text und Musik auf der Bühne in Verbindung gebracht werden können, machen Mut und beflügeln den Theaterleiter.
Vita Daniel Rohr
Der gebürtige Zürcher Daniel Rohr mit Jahrgang 1960 absolvierte seine Ausbildung zum Schauspieler und Regisseur an der Hochschule Mozarteum Salzburg. Es folgten 20 Jahre als Schauspieler auf deutschsprachigen Bühnen, zunächst beim Theater Bonn, dann am Schauspielhaus Zürich, am Theater an der Ruhr in Mülheim sowie am Deutschen Theater in Göttingen; dort gründete er 1997 das Göttinger InnenhofTheater-Festival, das er 15 Jahre leitete. 1999 kehrte er in die Schweiz zurück, ins Theater Neumarkt. 2004 übernahm er die Leitung des Theater Rigiblick. Unter dem Namen «Sterntheater Produktionen» produziert und veranstaltet Daniel Rohr eigene Musiktheaterprojekte: Die Kombination von Wort und Musik soll immer berühren; in Hommagen an Grössen der Rockmusik wie z.B. Cohen, Dylan, Springsteen, Davies oder Lennon wird aus dem Leben der Künstler erzählt und die Musik von unterschiedlichen Musikerinnen und Musikern interpretiert. Er programmiert im Spielplan des Theater Rigiblick vor allem auch eine farbige Mischung aus Theater, Gastspielen, Literarisch-musikalischen Reihen, Musiktheater und Literatur. Bekannt ist Daniel Rohr auch als Schauspieler aus vielen Schweizer Filmen wie «Ernstfall in Havanna», «Achtung, fertig, Charlie!», «Sternenberg», «Vitus», «Grounding – Die letzten Tage der Swissair» oder «Giulias Verschwinden». Daniel Rohr ist mit Hanna Scheuring verheiratet, der Schauspielerin und Leiterin des Bernhard Theaters, Zürich.
Laudatio – Daniel Fueter
Für Daniel Rohr ist Theater ein Gesamtkunstwerk, bei dem sich alle Beteiligten in die Hände arbeiten: die Schauspielerinnen, die Regie, die Bühnenbildner und Kostümbildnerinnen, die Musiker, die Technikerinnen, die Administration, ja auch die Gastronomie.
Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Theater Rigiblick, inzwischen rund 20 festangestellte und 20 im Stundenlohn arbeitende, sind eine grosse Familie und stehen Daniel Rohr mit grossem Engagement zur Seite.
Krisenfest
Der starke Zusammenhalt hat sich gerade in Krisenzeiten bezahlt gemacht. In der Pandemie wurde innerhalb von zwei Monaten das Festival «Open Air Rigiblick» ins Leben gerufen: ein Projekt, dank dem auch in der schwierigen Zeit Inszenierungen im Freien stattfinden konnten. Gleichzeitig wurde ein Fonds gegründet, der dafür sorgte, dass während der Pandemie 140 Kunstschaffende weiterhin ihren Lohn erhielten.
Der Mensch als mitfühlendes Wesen
Theater heisst Geschichten erzählen – bei den Inszenierungen des Theater Rigiblick oft in Kombination mit Musik. Daniel Rohr ist überzeugt, dass Musik ein einzigartiges Mittel ist, um Menschen zu berühren. Das Publikum kommt ins Theater: um mitzuerleben, mitzuleiden, sich mitzufreuen, und um danach «geläutert» wieder in den Alltag zurückzukehren.
Verbindungen
Daniel Rohr bringt Menschen zusammen, pflegt Kontakte. Das drückt sich in seiner kontinuierlichen Zusammenarbeit mit vielen Schauspielerinnen und Schauspielern, Musikerinnen und Musikern aus. Es ist ein Beziehungsnetz entstanden, das weit über die Schauspiel- und Theaterszene hinausreicht.
Zukunftsmusik
Das einstige Quartierstheater hat sich in den rund 20 Jahren, in denen es von Daniel Rohr geleitet wird, enorm verändert: Es begann 2004 mit 1,2 Stellen und einem jährlichen Umsatz von 110’000 Franken. Heute setzt es mit 40 Angestellten 3 Millionen Franken um.
Laudator: Daniel Fueter, Pianist und Komponist
Laudator/in: Daniel Fueter
Daniel Fueter, 1949 in Zürich geboren, studierte an der Musikhochschule Zürich Klavier. Zu seinen Kompositionen gehören Bühnenmusiken, musiktheatralische Stücke, Kantaten, Lieder, Chansons, Kammermusik- und Klavierwerke. Sein Tätigkeitsfeld umfasst die Liedbegleitung an Konzerten, die Mitarbeit bei musiktheatralischen Projekten sowie das Dozieren an den Musikhochschulen von Zürich, Lugano und Karlsruhe und an Kursen in vielen europäischen Ländern zu den Themen Liedgestaltung und Chansons. Hinzu kommen diverse administrative Aufgaben, u.a. als Präsident des Schweizerischen Tonkünstlervereins und des Dachverbandes Suisseculture, als Mitglied des schweizerischen Wissenschafts- und Technologierates sowie als Rektor der Hochschule Musik und Theater Zürich. Daniel Fueter erhielt zahlreiche nationale und internationale Auszeichnungen. Er ist verheiratet mit der Pianistin Eriko Kagawa.
Preisverleihung vom 4. November 2023
Eine illustre Gästeschar aus Kultur und Politik versammelte sich im Zürcher Careum Auditorium, um den umtriebigen und erfolgreichen Theatermacher und Schauspieler Daniel Rohr zu ehren. In seiner Begrüssung bezeichnete Stiftungspräsident Martin Vollenwyder den diesjährigen Preisträger als «Schwergewicht der Zürcher Kultur», als «Leuchtturmwächter des selbsterschaffenen Leuchtturms», der es meisterlich verstehe, Text und Musik auf der Bühne zu vereinen, und der mit ganzer Kraft die Menschlichkeit pflege. Daniel Fueter betonte in seiner Laudatio, dass Daniel Rohr Leute zusammenbringe, die sich andernorts in dieser Stadt schwerlich begegnen würden: «Da ist Poesie, da ist Malerei, da ist Gesang und Musik, da ist Schauspielkunst und was noch nicht alles!» Fueter würdigte weiter die gewaltige Aufbauarbeit, die Daniel Rohr im Theater Rigiblick geleistet und damit Zürichs Kulturangebot nachhaltig erweitert habe. Die Kurzreden können in der folgenden Broschüre nachgelesen werden.